Wenn nichts mehr geht

Hey Leute,

dieser Blog-Eintrag wird heute nicht so leicht wie sonst. Kein schöner Fortschritt, kein cooler Tipp, kein „Schaut mal, was ich geschafft hab“. Sondern einfach: ehrlich. Roh. Schmerzhaft.

Seit Wochen – eigentlich sogar seit Monaten – hab ich krasse Schmerzen im Oberkörper. Schulterblätter, Oberarme, Unterarme… alles tut weh. Ich mach wirklich alles, was ich kann: Physiotherapie, Ergotherapie, tägliches Dehnen. Ich geb mir Mühe. Ich bleib dran. Aber nichts hilft. Gar nichts.

Und das macht was mit einem. Ich versuche, mein Leben im Rollstuhl zu akzeptieren. Ich will das Beste draus machen. Ich will Hoffnung haben. Aber wenn selbst die Dinge, die mir helfen sollten, nichts verändern – dann geht irgendwann einfach die Kraft aus.

Ich wach morgens auf, und der erste Gedanke ist: Warum?

Warum ich? Warum immer noch Schmerzen? Warum kein Licht am Ende dieses verdammten Tunnels? Ich weine – fast jeden Tag. Nicht, weil ich aufgeben will, sondern weil ich einfach nicht mehr weiß, wie ich weitermachen soll.

Ich hab monatelang dafür gekämpft, endlich von einem Elektrorollstuhl in einen Aktivrollstuhl zu kommen. Ich hab alles gegeben in der Reha. Und jetzt? Jetzt ist der Aktivrollstuhl für mich wie ein Albtraum. Ich bin so eingeschränkt durch meine Spastik – meine Arme, mein ganzer Oberkörper sind so starr, dass ich mich kaum bewegen kann.

Und mein Elektrorollstuhl? Wurde von der Krankenkasse abgelehnt. Widerspruch läuft. Wieder Papierkram. Wieder kämpfen. Wieder hoffen.

Es ist wie ein Teufelskreis. Ich versuch zu trainieren, Medikamente zu nehmen, mich zu dehnen – jeden einzelnen Tag. Aber meine Spastik macht einfach, was sie will. Nichts hilft. Kein Fortschritt, nirgends.

Und dann sehe ich andere – wie sie in ihren Aktivrollstühlen unterwegs sind, Videos posten, unabhängig wirken. Und ich fühl mich wie der letzte Loser. Warum klappt das bei mir nicht? Warum ist mein Körper so viel stärker beeinträchtigt? Warum darf ich nicht wenigstens ein kleines bisschen Freiheit erleben?

Letzte Woche war jemand vom Sanitätshaus bei mir. Wir haben ein Zuggerät ausprobiert – mein großer Traum: mit Power durch die Natur, den Wind spüren, frei sein. Aber guess what? Es hat nicht geklappt. Meine linke Seite ist zu hoch gelähmt. Wieder ein Rückschlag. Wieder ein Traum zerplatzt.

Ich weiß nicht mehr, woher ich die Kraft nehmen soll. Ich weiß nicht mal, wofür. Ich trainiere, ich gebe mein Bestes – aber es ändert sich nichts. Und wenn man keine Veränderung sieht, dann fragt man sich irgendwann: Warum überhaupt noch anstrengen? Was bringt all das, wenn’s trotzdem immer nur schlimmer wird?

Ich hab so viel probiert: Mein Abitur nachholen, Perspektiven schaffen. Und auch da – nur Hindernisse, Absagen, Blockaden. Ich fühl mich gerade einfach nur hilflos und allein.

Und ja – ich hab Menschen um mich herum, die mich lieben und unterstützen. Und ich bin dafür dankbar. Aber das ersetzt nicht das, was mir fehlt: Ein Gefühl von Zukunft. Hoffnung. Ein Ziel, das greifbar ist.

Gerade fühlt es sich an, als hätte ich keins.

Und das tut weh.

Falls du das liest und dich ähnlich fühlst: Du bist nicht allein.

Ich weiß, wie es ist, zu struggeln, alles zu geben und trotzdem nicht voranzukommen. Vielleicht bringt dieser Text keine Lösung. Aber vielleicht ist er ein kleiner Beweis dafür, dass du nicht die einzige Person bist, die manchmal einfach nicht mehr kann.

Und wenn du gerade in genau so einem Moment steckst – dann schicke ich dir jetzt still einen Blick, der sagt: Ich seh dich.

Wir sind viele. Wir fühlen. Und wir halten durch – auch wenn’s manchmal nur gerade so ist.🤍💡

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