Ein Atemzug Frieden

Heute frage ich mich mal wieder, wieso wir auf so viele Fragen einfach keine Antwort bekommen. Ich sehne mich danach, frei zu fliegen, doch die Last an meinen Füßen ist so schwer, dass ich einfach nicht abheben kann. Wenn ich in den Himmel schaue, sehe ich links einen riesigen Sturm aufziehen, während mich rechts die Sonne so stark blendet, dass ich die Augen zusammenkneifen muss. Es fühlt sich an, als gäbe es nie den perfekten Blick – immer zu viel Dunkelheit oder zu viel Licht.

Mein Kopf spielt verrückt. Gedanken rasseln wie ein Platzregen auf mich ein, und kein Regenschirm dieser Welt könnte diese Tropfen abwehren. Immer wieder flüstere ich mir zu: Morgen ist ein neuer Tag. Morgen wird alles anders. Doch gleichzeitig frage ich mich: Warum darf ich nicht einfach im Hier und Jetzt leben? Warum ist Glück oft so etwas, wofür wir kämpfen müssen? Sind wir wirklich dafür geboren, uns durch innere Schlachten zu quälen – oder soll das Leben nicht leichter sein?

Die Erde dreht sich unaufhörlich weiter, und manchmal habe ich das Gefühl, sie zieht mich in ein tiefes Erdloch, während alle anderen frei über die Oberfläche laufen. Und doch… irgendwo in mir spüre ich, dass auch dieses Loch ein Teil meiner Geschichte ist. Vielleicht ist die Schwere gar nicht nur mein Feind, sondern auch mein Lehrer.

Was, wenn Glück nicht bedeutet, alles unter Kontrolle zu haben oder schwerelos zu sein? Vielleicht ist es vielmehr dieser eine Atemzug, in dem wir trotz Sturm und blendender Sonne einen Moment Frieden finden. Vielleicht ist es das Aufblicken, auch wenn die Erde uns nach unten zieht.

Und vielleicht – nur vielleicht – ist genau das der Sinn: dass wir stolpern, zweifeln, kämpfen… und trotzdem immer wieder nach dem Himmel greifen.

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